Endonasale Sanierung: Nasennebenhöhlenoperation

Operationsprinzip

Bei einer chronischen Entzündung der Nasennebenhöhlen (Kieferhöhle, Stirnhöhlen, Keilbeinhöhlen, Siebbeinzellen) liegt meist eine Verlegung der Verbindung (engste Stelle) zur Nasenhaupthöhle vor. Diese Ausführungsbereiche werden gezielt operativ erweitert, um wieder eine freie Luftzirkulation zu gewährleisten. Der Eingriff erfolgt mit dünnen Endoskopen unter optischer Vergrösserung (Schlüssellochchirurgie) durch die Nase, es sind somit keine sichtbaren Narben zu erwarten. Mit Hilfe einer computergestützten endoskopisch kontrollierten Navigation der neuesten Generation werden während der Operation 3-D-Bilder simuliert. Damit wird die Genauigkeit der Operation erhöht, was insbesondere bei Proximität zum Gehirn und zum Auge von grosser Wichtigkeit ist. Nur noch selten bedarf es postoperativ der Einlage einer Nasentamponade (für 24 Std.). 

Der Eingriff erfolgt in Narkose. Die Operation dauert ca. 1 Stunden pro Seite.

Risiken und mögliche Komplikationen

Nachblutung

Nach Nasenoperationen kann es zu einer Nachblutung kommen. Meistens kann diese Blutung durch Eiskrawatten oder blutstillende Medikamente zum Stillstand gebracht werden. In seltenen Fällen ist die Einlage einer Tamponade notwendig. Noch seltener ist eine Blutstillung in Narkose angezeigt.

Verletzungen der Augenhöhle

Selten kann es zu einer Verletzung der Trennwand zwischen der Augenhöhle und der Nasennebenhöhle kommen. Meist führt dies zu harmlosen vorübergehenden Schwellungen der Augenlider mit einem "blauen Auge". In schweren Fällen kann es zu einer Störung der Beweglichkeit des Auges mit Doppelbildern oder gar zu einer Abnahme des Sehvermögens kommen. In diesem Falle muss sofort gehandelt und das Auge entlastet werden.

Verletzung der Hirnhaut

Sehr selten (unter 1 %) kann die Hirnhaut beim Eingriff verletzt werden und es kommt zum Abfliessen von Hirnflüssigkeit. In der Regel kann ein Defekt mit Schleimhaut aus der Nase gedeckt werden. In seltenen Fällen ist jedoch ein Zugang von aussen notwendig.

Beeinträchtigung des Geruchssinns

In den meisten Fällen verbessert sich nach einer Nasennebenhöhlenoperation der Geruchssinn. Bei Patienten mit einem aussergewöhnlich guten Geruchssinn kann sich dieser jedoch nach der Operation schlechtern. Bei diesen Patienten bedecken die Geruchsfasern weite Teile des Naseninnenraums, welche bei der Operation zumindest teilweise geschädigt werden können.

Verhalten nach der Operation

Sollte die Nase nach Operation durch Tampons verlegt sein, sollte der Mund und der Rachen durch genügende Flüssigkeit (z.B. Tee, kohlesäurefreies Mineralwasser, Milch) rehydriert werden, um einer Austrocknung der Schleimhäute vorzubeugen. Zusätzlich ist ein Luftbefeuchter im Zimmer hilfreich.

Duschen, inklusive Haare waschen ist grundsätzlich erlaubt.

Durch eine allfällige Tamponade wird die Schleimzirkulation in der Nase beeinträchtigt, was zu einem Sekretstau mit Kopfdruck führen kann. Falls sich der Schleim infiziert, entstehen ein verstärkter Kopfdruck, Kopfschmerzen sowie Fieber, was dann manchmal die Gabe eines Antibiotikums notwendig macht.

Auch die Tränenflüssigkeit kann unter Umständen nicht mehr richtig in die Nase abfliessen, so dass es zu einem tränenden Auge kommen kann. Dieses Phänomen verschwindet in der Regel wieder vollständig.

Die Nase muss nach Operation konsequent mit Salzspülungen, abschwellenden Nasentropfen, Nasensalbe und entzündungshemmenden Sprays gepflegt werden (siehe separates Schema). Die Pflege wird mehrere Wochen fortgesetzt.

Bis drei Wochen nach der Operation soll körperliche Anstrengungen vermieden werden („alles, was einen roten Kopf macht“). Zudem ist in dieser Periode das forcierte Nasenschnäuzen nicht erlaubt (Nase nur abtupfen).

Die stationäre Hospitalisation ist üblicherweise 2-3 Tage. Unmittelbar nach Hospitalisation sind regelmässige Kontrollen angezeigt. Die Arbeitsunfähigkeit beträgt ca. 3 Wochen.

Weitere Fragen können jederzeit gerne mit mir besprochen werden.